Türöffnung im Feuerwehreinsatz

Die modernen gut ausgerüsteten und ausgebildeten Feuerwehren erheben den Anspruch in allen nur erdenklichen Einsatzsituationen professionelle Hilfe zu leisten. So ist es nur selbstverständlich auch im Hilfeleistungseinsatz bei Türöffnungen mit dem Stand der Technik und dem Wissen konform zu sein. Wenn hier von Türöffnungen gesprochen wird, dann sind der einfachheitshalber auch das Öffnen von Fenster und anderen Zugangsmöglichkeiten gemeint.
Mit dem stetigen Anwachsen des Sicherheitsbedürfnisses der Bevölkerung, wächst auch die Zahl der Einsätze, welche nur mit professionellem Vorgehen und einer sorgfältig ausgewählten technischen Ausrüstung erfolgreich und den Verhältnismäßigkeiten entsprechend abgearbeitet werden können. Die technischen Neuerungen in der Einbruchsicherung haben gerade im privaten Wohnbereich einen umfangreichen Wandel vollzogen. Durch die preiswerten Serienherstellungen, sind hochwertige Einbruchsicherungen für Jedermann erschwinglich geworden und stellen die Einsätzkräfte immer häufiger vor erhebliche Herausforderungen.

 

Rechtsgrundlagen

Da bei Türöffnungen fast immer die Grundrechte der Betroffenen eingeschränkt werden, ist es wichtig mit diesen Einschränkungen sorgsam umzugehen. Die Privatsphäre sollte dabei berücksichtigt und gewahrt bleiben. Die durchzuführenden Maßnahmen sollten sich hierbei unbedingt auf das Wesentliche beschränken.

 

Praxis

Bei Türöffnungen im Feuerwehreinsatz werden zwischen zerstörerischen, zerstörungsarmen und zerstörungsfreien Methoden unterschieden. Aufgrund der Einsatzlage und die durch die Erkundung gesammelten Erkenntnisse, muss sich der jeweilige Einsatzleiter für die beste Maßnahme entscheiden. Hierzu muss er abwägen, wie dringend er in die betreffenden Räumlichkeiten eindringen muss. Dabei müssen aber auch immer wieder die Verhältnismäßigkeiten im Einklang mit dem zu erwartenden Einsatzerfolg übereinstimmen.

 

Brandeinsätze

Bei Brandeinsätzen kann davon ausgegangen werden, dass aufgrund der schnell fortschreitenden Rauchausbreitung und die damit verbundene akute Lebensgefahr für Menschen und Tieren, die Dringlichkeit sehr hoch angesetzt werden muss. Somit ergibt sich hieraus fast immer eine gewaltsame, zerstörerische Türöffnung. Es ist zu empfehlen, dass der vorgehende Trupp hierzu geeignete Werkzeuge, wie Haligan-Tool, hydraulischer Türbrecher, Feuerwehraxt, etc. mitführt und diese auch praxisgerecht einsetzt, um den Einsatzerfolg nicht zu gefährden. Beim Eintreten von Türen bestehen erhebliche Verletzungsgefahren. Betrachtet man die Tatsache, dass durch eine in diesem Fall verletze Einsatzkraft eine nicht zu rechtfertigende Einsatzverzögerung bedeutet, so muss jeder Einsatzkraft die Wichtigkeit des gewaltsamen Türöffnens bewusst gemacht werden. Hinzu kommen die vorhandenen Gefahren durch Rauch, Wärme und Feuer, welche nicht außer acht gelassen werden dürfen.

 

Technische Hilfeleistungen

Wo gegen bei einer Vielzahl von Einsätzen zur technischen Hilfeleistung, zum Beispiel vermutlich Hilflose Personen in der Wohnung, Wasserschäden, etc. überwiegend die zerstörungsfreien, bzw. zerstörungsarmen Öffnungstechniken angewandt werden. Um gerade hier ein professionelles Vorgehen zu gewährleisten, ist es notwendig Kenntnisse über Schlossarten deren Aufbau und die Funktionsweisen von Schließungen zu haben um eine gezielte Manipulation der Schließsysteme durchführe zu können.

Wie bei zerstörerischen Türöffnungen  sind auch hier geeignete Werkzeuge einzusetzen. Aber ohne Aus- und Weiterbildung geht es nicht. Wie in allen anderen Bereichen der Feuerwehr, ist es auch bei der Türöffnung erstrebenswert in regelmäßigen Abständen Ausbildung an den Werkzeugen und  Übungsobjekten wie Übungstüren durchzuführen. Nur so kann ein sicherer und effizienter Umgang mit den Werkzeugen erlangt werden.

 

Werkzeuge

Bei der Auswahl der Werkzeuge gibt es unter den verschiedenen Feuerwehren ganz unterschiedliche Philosophien. Feuerwehreinsätze bedeuten immer eine bestehende Gefahr für Leben, Sachgüter und Umwelt und somit ist immer eine gewisse Dringlichkeit geboten. Aufgrund dieser Erkenntnis sollte die Bestückung des Brechwerkzeugsatzes so ausgewählt sein, das es die Einsatzkräfte nicht überfordert. Nicht durch die Verfahrensweise und auch nicht durch die Vielfalt. Weniger ist oft mehr.

 

Fazit

Es müssen unter Umständen auch mal ungewöhnliche Wege beschritten werden um ans Einsatzziel zu gelangen. Besonders wichtig ist dabei, dass der Patient immer im Focus bleibt und nicht die Maßnahmen, nicht die Werkzeuge und schon gar nicht das eigene "Ego".







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